Die Klangprobe

Die Klangprobe ist zentraler Programmpunkt aller KLANGGESTALTEN – Ausstellungen: Die ausgestellten Instrumente und Bögen aus jeder Instrumentengattung werden für die Dauer einer Stunde zusammengetragen und öffentlich im Saal gespielt. Engagierte Solisten spielen kurze, aufschlussreiche Passagen auf allen Instrumenten und Bögen und ermöglichen damit dem Publikum einen spannenden Vergleich der Klangeigenschaften.

Wer sich zuvor durch eigenes Spiel einen Eindruck von Klang und Spieleigenschaften der Exponate verschaffen konnte, oder wer schon seine Favoriten unter den Instrumenten und Bögen herausgefunden hatte, der kann nun in der Klangprobe seinem Urteil eine weitere Facette hinzufügen: Wie trägt das favorisierte Instrument seinen Klang nach außen, welche Klangfarben dominieren im Höreindruck von außen? Sind es andere Instrumente, andere Klangcharaktere, die in dieser Disziplin dazugewinnen? Liegt mir mein Lieblingsbogen nur besonders gut in der Hand, oder verleiht er dem Instrument auch einen saalfüllenden Ton? Das sind Fragen, die die Klangprobe bei KLANGGESTALTEN zu einem spannenden Erlebnis machen.

Um Objektivität und Spannung zu erhöhen, werden Instrumente und Bögen nummeriert und deren Erbauer erst am Schluss der Klangprobe bekannt gegeben. Am Saaleingang mit Bleistift und Bewertungsbögen versorgt, kann sich der interessierte Zuhörer hilfreiche Notizen zum jeweiligen Klangeindruck machen, denn das Erinnerungsvermögen ist bei der Fülle der Beobachtungen schnell überfordert.

Zunächst spielt der Solist auf seinem eigenen Instrument in mehreren Durchgängen die Ausstellungsbögen zum Klangvergleich an. Geht es beim einen Durchgang um die Legato-Klangeigenschaften, kommen beim anderen die Sprungdisziplinen zum Zug. Klangfülle wird genauso zur Beurteilung gestellt, wie Artikulationsvermögen, schiere Tongröße wie die Ermöglichung des Akzents.

Auch im zweiten Teil der Klangprobe, in dem der Solist nun alle Instrumente anspielt, sorgen zwei bis drei Durchgänge für eine Strukturierung der Eindrücke. Klang-Wärme und Aggression, Ausgeglichenheit und Farbenvielfalt, Ansprache und Tragfähigkeit kommen unter die Lupe. 

Für viele ist die Stunde nach der Klangprobe der intensivste Moment der Ausstellung: In allen Ecken wird probiert und diskutiert, das soeben Gehörte nochmal überprüft und mit eigenen Spieleindrücken verglichen. Denn jetzt ist die Zeit reif, die Suche nach dem persönlichen Favoriten abzuschließen.